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Ali As

Biografie

Wochenlage PromophasenMeme-Pattern for daysdiesen anderen Designer-DripAli As hat all jenefür die Deutschrap-Season 2020 durchaus als elementar zu betrachtenden, Dinge vielleicht nicht erfundenaber sich mehr als einmal zu eigen gemacht und über die Jahre perfektioniert. Nur: Auf solchen Verdiensten rumreiten? Never dat. Dafür steht der Dior Don mit seinem Namen. 

 

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Warum falschen Stolz entwickeln und sich in der Selbstdemontage verlieren, wenn man sich auch einfach auf das besinnen kann, was einem seit jeher am Leichtesten gefallen ist? Mit Rap auf einem Level, das im Hinblick auf Auskennertum und Detailverliebtheit seinesgleichen sucht, aber trotzdem nicht zu notorischem Nerd-Shit verkommt – und mit einem neuen Album namens „DALI“. 

 

Das neue, vierte Soloalbum von Ali As ist das Resultat einer Krise„Ich habe gemerkt, dass Musik für mich irgendwann nicht mehr das gewesen ist, was sie ursprünglich mal war“, sagt der Ali As. Die Gründe dafür sind vielschichtigDrei Soloalben in drei Jahren – auch der Umstand, dass sämtliche Releases auf den vorderen Rängen der Charts landen kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Rappen bei so einer Taktung mehr Routine als Leidenschaft ist. 

 

Während einer Depression aufgrund privater Probleme, mitten in der Insomnia“-Promophase, wendet sich sein langjähriger Freund und Produzent von ihm ab. 808 & Heartbreaks in real life. Leutedie Ali von Beginn an gepusht und hochgezogen hat, wittern neue Clout, und enttarnen sich in seinen Augen als reine Opportunisten ohne emotionales Gewissen. 

 

Menschliche Enttäuschungen und Vereinsamung auf der einen und der materielle Wohlstand auf der anderen Seite, lassen Ali in ein kreatives Loch fallen. Er beschreibt den Zustand wie in der Traumsequenz von Hitchcocks Vertigo, in der James Stewart immer tiefer in seinen eigenen Albtraum fällt. Im Trailer zum Album heißt es: Die Nacht ist am dunkelsten bevor die Sonne wieder aufgeht. 

 

Also: Erstmal den Zähler nullen. Ali As arbeitet mit Juh-Dee und Yung Mesh, mit Miksu und Macloud an Songs für sich und andere. Zurück in München findet er in DLS und Hannessy schließlich genau das, was er sucht und braucht: Zwei Producer-Young Guns, die denselben Film wie er fahren. „Ich bin zwar nicht mehr jung, aber hängengeblieben – und zwar auf die geile Weise: Nicht in der Vergangenheit, sondern im Jetzt. 

 

Auch, was den Entstehungsprozess der Songs anghet. Ali As hält sich nicht mehr mit Schreiben auf, sondern nimmt stattdessen einfach neben den Engineer Platz, lässt auf locker den Beat laufen und mumblet ein bisschen vor sich hinbis sich daraus erst die Hook und danach die Verses entstehen. Mit ganz anderen Flowsunangestrengt und ungezwungen. Mit ganz anderen Stimmeinsatz irgendwo im Referenzrahmen zwischen Lil Baby und Gunna. Und trotzdem nicht hirnverbrannt und fully retarded, sondern irgendwie stupide und schöngeistig zugleich. 

 

„Ich wollte nicht mehr alles voll mit diesen um acht Milliarden Ecken gedachten Punchlines haben“, sagt Ali As. Klar, wer „Mercedes“ oder „Neuzeithippie“ mochte, bekommt auch auf dem neuen Album noch ein paar Songs: „Asche Staub“ wäre zum Beispiel der inoffizielle Nachfolger zu „Hoodies & Chucks“ – und wenn wir schon bei Fortsetzungen sind: „AAA“ fungiert ganz wunderbar als „Gästeliste Plus 0“-Sequel für die kommende Spielzeit. 

Aber „DALI“ lebt über weite Strecken vor allem von der neugewonnen Leichtigkeit. „Ugh Yeah“ und „Woah“ sind im ersten Moment vielleicht simple Songs, auf denen Ali mit Fistelstimme flext, gleichzeitig wohnt den Tracks dennoch eine derartige Energy inne, dass sie Mosh-Pitund Massenpanik gleichermaßen entfachen können. 

 

„Frühlingsgefühle“ ist hingegen der der songgewordene Show-Off, mit dem Ali As spielerisch beweist, dass sich tagesaktuelles Drip-Level und altbekanntes Punchline-Niveau nicht ausschließen müssen. Für „Mal so“ haben Miksu und Macloud einen ihrer playlistendominierten Hit-Beats rausgelassen, der trotzdem noch eine Stufe drüber liegt, während „Liebe tut nicht weh“ der beste Beweis ist, dass ein richtig geflipptes Sample auch 2020 noch der Shit sein und gleichzeitig im Radio laufen kann. 

 

Überhaupt: Dieses HipHop-Ding. Wer Ali As kennt, der weiß, dass er schon immer nicht nur Rapper, sondern auch Fan war. Von den großen Gesten genauso wie von den kleinen Details. „DALI“ ist voll von all dem. Es macht Spaß, all diese Referenzen und Gimmicks zu entdecken, die Ali As mit einer bis dahin ungekannten, aber in jedem Fall wünschenswerten Leichtigkeit zu diesem Album zusammengesetzt hat – wohlgemerkt einer, die ihm, aber auch HipHop guttut.  

 

In Pressetexten wie diesem hier wird ja gerne behauptet, dass ein Künstler endlich zu sich selbst gefunden und jetzt endlich sein bisher bestes Album veröffentlicht hat. Dass all das im Hinblick auf Ali As nicht einfach nur hohle Phrasen sind, kann man auf „DALI“ nachhören.

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