Lance Butters

Biografie

Man könnte sich durchaus den Kopf zerbrechen, wenn man sich als junger Rapper an sein Debütalbum wagt: Welche Themen will ich behandeln? Wofür will ich stehen? Wo will ich mich im Game positionieren? Fragen über Fragen – die sich Lance Butters schlicht und ergreifend nicht stellt. Lance representet keine Stadt, keine Crew, keine Generation –sondern sich selbst. »Blaow« ist kein verkünsteltes Konzeptalbum, keine bemühte Neuerfindung des Rades, kein weinerlicher Seelenstriptease. »Blaow« ist vielmehr ein beinhartes Rap-Album im besten Sinne.

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»Blaow« ist eine Ode an die eigene Arroganz, ein Festival der ignoranten Ansagen, eine Pimp-Schelle an alle, die der Meinung sind, sie hätten was zu melden. Und das Beste ist: Lance Butters klingt dabei unfassbar dope.

»Das Label will mich soft sehen – ich mach mein Ding aber trotzdem.« Lance Butters geht keine Kompromisse ein. Er macht sein Ding. Und sein Ding ist: Rap über Girls, Kush und Cash. Rap darüber, wie cool Lance ist und wie scheiße du bist. Rap, der nicht das Lebensgefühl einer Generation auf den Punkt bringen will, sondern nur das Lebensgefühl des Rappers Lance Butters. Rap, der keinen Fick gibt. Und gerade deshalb einen expliziten Gegenentwurf zu dem überambitionierten, anbiedernden Unfug darstellt, den der Rest der Szene für Rap hält. Lance Butters will niemanden überzeugen. Er ist von sich überzeugt und macht Rap ohne Gedöns. Rap, den man hört, um sich cool zu fühlen. Und das reicht: »Denn an und für sich bedeutet es mir nichts, wenn ihr mehr Erfolg habt als ich.«

Dass Lance Butters sich so eine Haltung leisten kann, ist dabei unbestritten: Seit der Rapper mit der Maske 2010 zum ersten Mal ins Rampenlicht trat, sammelte er Fans in rasantem Tempo – zu unwiderstehlich sind seine markanten, zurückgelehnt-überheblichen Flows und arroganten Ansagen, die seine EPs »cookin sum« (zusammen mit Rap-Kollege Coru), »selfish« und zuletzt »Futureshit« zu den Untergrund-Highlights der jeweiligen Spielzeit machten. Obendrein bewies Lance Butters von Anfang an einen äußerst gediegenen Beat-Geschmack: Es gibt keinen einzigen Lance-Part, der nicht auf eine veritable Bombe von Instrumental platziert wurde.

»Blaow« führt diesen Ansatz konsequent weiter: Komplett produziert von Beat-Genie Bennett On und gemischt von Ahzumjot, ist Lance Butters’ Debüt ein einziges Brett. Finstere Bässe, brachiale Drums und gefährlich-bekiffte Synthies machen aus »Blaow« eine Kopfnicker-Angelegenheit erster Güte und setzen – man darf das angesichts der sonst üblichen Producer-Flickenteppiche sagen – einen neuen Deutschrap-Standard in Sachen Kohärenz und Dopeness.

»Wenn man mich fragt, wofür ›Blaow‹ steht, dann ist meine Antwort: Für meine Sicht der Dinge, für meinen Kosmos, für meine Welt – die nichts mit der Szene zu tun hat. ›Blaow‹ steht für alles, wofür Lance Butters steht«, so Lance. Und wer ist Lance Butters? Ein arrogantes, ignorantes Arschloch – und dadurch mehr Mensch als jeder andere. True Story.

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Diskografie

BLAOW 2015
futureshit (EP) 2013

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